Das erste eigene Auto kaufen

Die Führerscheinprüfung wurde bestanden? Herzlichen Glückwunsch! Nun gilt es Fahrpraxis zu sammeln, um das Gelernte zu festigen. Daher beschäftigen sich spätestens jetzt die meisten mit dem Kauf ihres ersten eigenen Autos. Damit Erwartungen und Realität zueinander passen, sollten bei der Auswahl des Fahrzeugs einige Dinge beachtet werden.

Gebrauchtwagen oder Neuwagen?

autofahrenBei der Auswahl eines passenden Autos stehen auf der einen Seite oft der Wunsch nach einem schicken Wagen mit flottem Motor und toller Ausstattung – und auf der anderen Seite das meist begrenzte Budget von Fahranfängern. Der Kauf eines Neuwagens scheint zwar reizvoll, schließlich erhält man modernste Technik und die volle Herstellergarantie. Auf der anderen Seite trägt man schwer am Wertverlust, der bekanntlich in den ersten Jahren am höchsten ist.

Sich im Gegenzug auf besonders billige Gebrauchtwagen zu konzentrieren ist jedoch auch nicht die richtige Lösung. Trotz Preisen von teils unter 1000 € können solche Fahrzeuge zur Kostenfalle werden. Ein hohes Fahrzeugalter, deutliche Verschleißspuren und eventuelle Unfallspuren lassen in Kürze beachtliche Werkstattkosten erwarten. Zudem entsprechen die Sicherheitsstandards oft auch nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik.

Empfehlenswert ist der Mittelweg. Als Fahranfänger sollte man einen gepflegten und TÜV-geprüften Wagen suchen – für die meisten ist dies der beste Kompromiss aus Ansprüchen und Budgetgrenzen. Hilfreich ist eine Übersicht zu allen Automarken und Modellen, die man gebraucht kaufen kann. Dabei sollten weniger Design oder Farbe ausschlaggebend sein, sondern die Wahl sollte auf ein solides, wirtschaftliches Fahrzeug fallen.

Welche Größe ist die richtige?

gebrauchtwagenZunächst muss überlegt werden, wo man künftig oft unterwegs ist. Wer zumeist in der Stadt fahren will, wird mit einem kleineren und wendigeren Auto die richtige Wahl treffen. Fährt man jedoch auch weitere Strecken und hat häufig Passagiere und Gepäck dabei, sollte das Auto etwas größer sein. Die pragmatische Regel “So klein wie möglich – so groß wie nötig” sollte als Orientierung dienen.
Oft rücken auch Oberklassefahrzeuge oder PS-starke Autos ins Visier, hier ist allerdings Vorsicht geboten. Diese Wagen mögen zunächst nur so viel wie ein deutlich kleinerer Wagen kosten, sind allerdings deutlich abgenutzter und ziehen hohe Folgekosten nach sich.

Welche Kosten sind zu beachten?

Wenn man zum ersten Mal ein Auto kauft, konzentriert sich der Blick oft nur auf den reinen Kaufpreis. Doch zu diesen Einmalkosten addieren sich laufende Kosten für Wartung und Betrieb des Fahrzeugs. Bei Neuwagen sind zwar in den ersten Jahren kaum Reparaturkosten zu erwarten, doch auch die Kosten für Verschleißteile wie Reifen und Bremsen können mehrere hundert Euro pro Jahr betragen.

Bei sehr billigen Gebrauchtwagen muss man dagegen mit einer Reihe von anstehenden Reparaturen rechnen. Schäden an Motor oder Getriebe, die nicht unüblich sind bei mehreren hunderttausend Kilometern Laufleistung, kommen dann oft einem wirtschaftlichen Totalschaden gleich. Zudem sind die Kraftstoffkosten bei älteren Autos oft höher. Manche von ihnen dürfen aufgrund ihres Schadstoffausstoßes sogar nicht einmal mehr in die zahlreichen Umweltzonen einfahren. Ein junger Gebrauchtwagen, der regelmäßig gepflegt und gewartet wurde, verspricht hier am meisten Kostensicherheit.

auto-kaufenNeben den Kraftstoff- und Wartungskosten – hier werden stark motorisierte und große Wagen schnell richtig teuer – müssen auch die Kosten für Steuer und Versicherung beachtet werden. Gerade wer als Fahranfänger mit der Schadensfreiheitsklasse 0 einsteigt, sollte sich auf einen Wagen mit günstiger Einstufung konzentrieren. Dies sind zumeist, wie zu erwarten, kleinere Autos mit kleinerer Motorisierung. Für PS-starke Sportwagen verlangen Versicherungen dagegen teils vierstellige Beträge pro Jahr, das Alter des Fahrzeugs spielt hier kaum eine Rolle. Empfehlenswert ist es zu prüfen, ob man bestehende Versicherungsverträge z.B. der Eltern um das gewünschte Auto erweitern kann. Als Zweitwagen sind diese Kosten deutlich geringer.

Was gibt es noch zu beachten?

Wer sich auf die Suche nach seinem ersten eigenen Auto begibt, sollte sich in jedem Fall Unterstützung holen. Spätestens bei der Besichtigung und Probefahrt eines interessanten Wagens sollte ein erfahrener Autofahrer als Begleitung dabei sein. Man muss kein Experte sein, um Roststellen zu finden, Spaltmaße zu prüfen und verdächtige Abnutzungsspuren z.B. an Sitzen und Pedalen zu finden. Ein Begleiter erkennt womöglich aber ungewöhnliche Geräusche wie verschlissene Radlager, eine verstellte Spur oder defekte Stoßdämpfer. In jedem Fall ist es von Vorteil einen verlässlichen Zeugen bei der Verhandlung und dem Kauf eines Autos zur Seite zu haben. Wer mit Augenmaß sein erstes Auto auswählt, kann anschließend ohne Reue Fahrpraxis sammeln.

Bildnachweis: helenesouza.com, auto-im-vergleich.de und Thorben Wengert – Pixelio.de

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