Führerschein früher machen

Über den Führerschein mit 17 mit begleitetem Fahren wurde heiß diskutiert. Befürworter und Gegner gibt es viele – genauso wie Vor- und Nachteile. Stich- und hiebfeste Statistiken sind noch nicht vorhanden und aus einem Vorteil lässt sich schnell ein Nachteil machen – je nach Betrachtungsweise, doch ist die Resonanz im Allgemeinen positiv.

Führerschein mit 16 / 17 Jahren

Kaum ist die Diskussion etwas verebbt, steht jedoch schon der nächste Vorschlag, der für Furore sorgt, an: Der Führerschein mit 16. Während in den USA der Führerschein mit 16 schon seit Jahrzehnten gang und gebe ist, laufen sich in Deutschland die Kontrahenten für die nächste Runde warm.

Unter welchen Vorraussetzungen kann man den Führerenschein mit 16 oder 17 Jahren machen?

Fehlten einem 17jährigen Fahranfänger 12 Monate bis zur Volljährigkeit, sind es beim 16jährigen ganze 24 oder mehr – je nachdem wann sich der Lerner anmelden darf. Die weitere Verjüngung der Fahranfänger wirft neue Fragen auf: Ändert sich der Fahrunterricht? Kostet eine Fahrstunde für 16jährigen genauso viel wie für volljährige Fahranfänger? Kostet sie mehr oder weniger? Und wer bezahlt den ganzen Spaß überhaupt? Geld ist wohl einer der Hauptgründe, weshalb viele Jugendlichen die Führerscheinprüfung erst mit 18 oder 19 machen. Viele jobben Monate oder sogar Jahre lang, um sich das ersehnte Kärtchen finanzieren zu können.

Ein 16jähriger Schüler hat – außer durch die Eltern finanziert – nicht annähernd dieselben finanziellen Möglichkeiten wie ein 18jähriger, und auch dieser wird viele Regale ein- oder Tische abräumen müssen, um sich die benötigten 2000 Euro anzusparen. Teurer würde der Führerschein mit 16 vermutlich alleine schon deshalb werden, weil die jungen Fahrer noch mehr gefördert werden müssten. Das Fahren müsste vor der Führerscheinprüfung auch außerhalb des Rahmens der Fahrschule verstärkt geübt werden. Im Moment üben viele Eltern mit ihren Kindern am Wochenende auf einsamen Parkplätzen oder in Industriegebieten.

Doch existieren auch andere Möglichkeiten, die bislang zu wenig genutzt werden. Auf Verkehrsübungsplätzen können sich die jungen Fahrer ausprobieren und werden mit realeren Situationen konfrontiert als auf dem Ikea-Parkplatz, wo ihnen schlimmsten Falls ein verlorener Einkaufswagen entgegenrollt. Üben lohnt sich immer. Ob man erst mit 18 oder bereits mit 16 Jahren fahren darf, durch die Fahrten auf einem Übungsplatz spart man bei der späteren Fahrschule viel Geld. Mehr Fahrpraxis gibt auch Sicherheit beim fahren. Die Meisten Teilnehmer bei einer MPU sind unter 25 Jahren. Wir nach der Fahrschule seine Fahrfähigkeiten noch weiter verbessern möchte, sollte auch über ein Fahrsicherheitstraining nachdenken.

Wir wünschen einen allzeit gute Fahrt!

Verkehrsübungsgelände / Schilder